Manuelle Therapie

Schmerzarme Behandlung orthopädischer Erkrankungen

Die Manuelle Therapie (= Heilung mit den Händen) ist eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie, die eine systematische Untersuchung und Behandlung von Funktionsstörungen des gesamten Bewegungsapparates umfasst. Die gezielten und schmerzarmen Behandlungsmethoden der Manuellen Therapie können bei sämtlichen orthopädischen Erkrankungen eingesetzt werden, u.a. bei Gelenk-, Muskel- und Nervenbeschwerden.

Was Sie bei der Behandlung erwartet

Zu Beginn einer jeden Verordnung für Manuelle Therapie wird eine persönliche Anamnese zur aktuellen Diagnose sowie anderen vorangegangenen Erkrankungen des Bewegungsapparates erhoben. Die sich anschließende körperliche Untersuchung dient der Erstellung eines individuellen, physiotherapeutischen Befundes. Der Befund beinhaltet genaue Angaben zum Zustand von relevanten Muskeln, Bändern, Gelenken oder Nerven. In enger Kooperation mit dem behandelnden Arzt wählt der Therapeut geeignete Behandlungsmethoden. Während zu Beginn der Therapie passive Mobilisationen der erkrankten Muskulatur oder der Gelenke häufig überwiegen, bekommt der Patient im Verlauf der Therapie eine aktivere Rolle. Gezielte Eigenübungen sind fester Bestandteil der Manuellen Therapie und dienen der Sicherung und Verbesserung des Behandlungserfolges. Eine Sitzung mit Manuelle Therapie in Verbindung mit anderen physiotherapeutischen Methoden wie z.B. die Massage, dauert in der Regel ca. 40 Minuten. Ein Behandlungszyklus umfasst 10 Sitzungen.

Untersuchung und Behandlung des gesamten Bewegungsapparates

Mit speziellen Handgrifftechniken können Schmerzen (Lumbago, Hexenschuss) und Bewegungsstörungen (Blockade) an der Wirbelsäule und den Extremitäten sehr genau lokalisiert und behandelt werden. Eine häufig eingesetzte Methode der Manuellen Therapie an der Wirbelsäule ist die Traktion. Diese Behandlung wird typischerweise bei akuten Bandscheibenvorfällen (Prolaps) und beim Facettensyndrom (s. unten) angewandt, um gezielt die betroffenen Wirbelsäulensegmente zu entlasten und Schmerzen zu lindern. Auch Kombinationen von Traktionsbehandlungen mit anderen Gelenkbehandlungstechniken (sog. Gelenkgleittechniken) können zur Mobilisierung von blockierten Wirbelsäulengelenken eingesetzt werden. Blockierte oder verkeilte Wirbelsäulengelenke, auch Facettensyndrom genannt, sind Folge einer „falschen“ Alltagsbewegung oder Folge von Fehl- bzw. Überbelastungen der seitlichen Wirbelsäulengelenke (Facettengelenke). Diese Erkrankung ist zu unterscheiden von dem Bandscheibenvorfall (Prolaps). Grundsätzlich können alle Gelenke, Muskeln und Bänder des Körpers können von Mobilitätseinschränkungen, aber auch Instabilitäten betroffen sein und auf diese Weise das harmonische Zusammenspiel des Bewegungsapparates stören.

Ergänzung mit anderen Therapiemethoden

Eine Kombination von allgemeiner Krankengymnastik oder medizinischer Trainingstherapie (KG-Gerät) mit der Manueller Therapie bildet eine sinnvolle Ergänzung.

Indikationen

  • sämtliche reversiblen Bewegungseinschränkungen
  • Instabilität von Gelenken
  • Hexenschuss (Lumbago) mit Verkeilung der Seitengelenke der Wirbelsäule (Facettensyndrom)
  • Hexenschuss (Lumbago) mit Bandscheibenvorfall (Prolaps)

Kontraindikationen/eingeschränkte Indikationen für einzelne Techniken und Dosierungen

  • Trauma/Frakturen
  • Infektionen/schwere Entzündungen
  • schwere Knochenerkrankungen (Neoplasmen, Osteoporose)
  • Gerinnungsprobleme (Koagulationsprobleme)
  • Gefäßanomalien v.a. der Halswirbelsäule
  • hochakute Kompression des Nervensystems

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